Es gibt neue Hinweise, dass Dackel tatsächlich Hamiltons Index geschrieben haben könnte. Der US-Amerikaner James Jenkins hat in einem Interview dem Providence Journal (Nr. 143/1983) erzählt, dass Demetrius Dackel bereits Mitte der Fünfziger Jahre unter dem Pseudonym J. C. Hamilton einen Kriminalroman geschrieben hat. Der Roman erschien 1958 unter dem Titel “The murder of Bleston” in der Crime-Reihe des Penguin-Verlages und wurde nicht wieder aufgelegt.
Der inzwischen als Vergewaltiger zu unglücklichem Ruhm gelangte Jenkins wohnte damals als Kind in der Nachbarschaft Dackels. Dackel nutzte für Recherchen häufig die große Krimi-Bibliothek von Jenkins Mutter und genoß, wenn man Jenkins glauben darf, auch sonst einige Annehmlichkeiten bei der alleinerziehenden Witwe .
Der Roman hat über einen etwas seltsamen Umweg Eingang in die Literaturgeschichte gefunden. Der französische Schriftsteller Michel Butor, ein Vertreter des Nouveau Roman, entdeckte den Krimi 1958 in einer französischen Buchhandlung und war so fasziniert von der Geschichte um den Detektiv Barnaby Morton, dass er einen ganzen Roman um die fiktive englische Stadt Bleston herumschrieb. Dackels bzw. Hamiltons Roman “The murder of Bleston” wird dabei zu einer wichtigen Handlungskomponente von “L’Emploi du temps” (Dt.: Der Zeitplan), da Butors Protagonist Jaques Revel die Stadt Bleston eben jenes “The murder of Bleston” als Roman im Roman lesend auf den Spuren des Krimi-Detektivs entdeckt und beschreibt.
Butor behauptet innerhalb des Romangeschehens, J. C. Hamilton sei das Pseudonym von George William Burton. Tatsächlich ist es wohl eher so, dass Burton nur ein Anagramm von Butor ist. Es kann als sicher gelten, dass Butor der echte Urheber bekannt war. Im Roman gibt es eine Romanfigur namens James Jenkins, der zwar im Alter von Revel ist, und damit einiges älter als der echte James Jenkins damals war, aber als Sammler von Kriminalromanen dargestellt wird, dessen Mutter (!) eine große Krimi-Bibliothek zu Hause habe. Vermutlich hat Butor über den Verlag den tatsächlichen Verfasser Dackel ermitteln können und sich mit ihm über den Roman ausgetauscht. Anschließend hat er sich dann einen Spaß daraus gemacht, aus dem kleinen James Jenkins eine erwachsene Figur seines Rahmenromans zu machen. Ironischerweise kennt der erwachsene Jenkins in “L’Emploi du temps” trotz einer riesigen Bibliothek von Kriminalromanen ausgerechnet den einzigen in Bleston spielenden Krimi, eben jenen “The murder of Bleston”, nicht.
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